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Marangu e.V.

MARANGU e.V. unterstützt in Marangu ein Hospital durch Sach- und Geldspenden und hilft fünf Schulen in und um Marangu durch Sach- und Geldspenden. Der Verein vermittelt und fördert Schulpatenschaften zwischen Schulklassen in Marangu und Hamburg und von deutschen Sponsoren. Er ermöglicht Kindern und Jugendlichen aus bedürftigen Elternhäusern den Besuch einer Schule. Der Verein unterstützt fünf Kindergärten in der Region. Durch die Initiative von Mitgliedern des Fördervereins wird die Ausstattung der Kindergärten verbessert und die Ausbildung von Kindergärtnerinnen bezahlt. Der Verein vermittelt Mitarbeitern des Hospitals, der Schulen und Kindergärten Weiterbildungsmöglichkeiten vor Ort und in Deutschland. MARANGU e.V. hilft bei der Verbesserung der Energiesituation durch Einsatz von Solaranlagen und effizienter Technologie.

Weitere Informationen über die Zusammensetzung und den Zweck des Marangu e.V. finden Sie in unserer Satzung .

Marangu

Marangu ist ein kleiner Ort mit etwa 5.000 Einwohnern am Fuße des Kilimanjaro in Tansania, unweit der Grenze zu Kenia. Die Bedeutung des Ortes liegt darin, dass sich hier der Hauptzugang für alle Besucher des Kilimanjaro-Nationalparks und das Hauptquartier der Nationalparksverwaltung befinden.

Es ist Ausgangspunkt der sogenannten Marangu-Route zum Gipfel des Kibo. Es existieren daher eine gute Infrastruktur und regelmäßige Busverbindungen in die etwa 40 Kilometer entfernte Provinzhauptstadt Moshi.

Das dort ansässige Ev. Luth. Hospital hat nicht nur eine große Bedeutung für die regionale Gesundheitsversorgung, es ist auch der größte Arbeitgeber und Auftraggeber für die vielen kleinen Handwerksbetriebe. Durch die laufende Unterstützung des Krankenhauses durch den Förderverein Marangu e.V. hat sich der gesamte Ort positiv entwickelt.

Außerdem gibt es eine Reihe von Primar- und Sekundarschulen, Kindergärten, eine Berufsschule und ein Lehrer-Ausbildungsseminar.

Die Lutherische Kirche ist in Marangu und Umgebung seit etwa 110 Jahren beheimatet. Das öffentliche Leben findet im Allgemeinen im Rahmen der kirchlichen Gemeinden statt. Diese pflegen noch immer starke Kontakte zu kirchlichen Einrichtungen in Deutschland.

Aus Marangu stammt ein berühmter Bergführer. Yohani Kinyala Louwo begleitete Hans Meyer bei der Erstbesteigung des Kilimanjaro am 6. Oktober 1889. Damals hatte der 5.500 Meter hohe Berg noch eine große komplette Eiskappe.

Geschichte Tansanias

Tansania kann sich rühmen, schon beim ersten Auftreten des Menschen im Mittelpunkt der Geschichte gestanden zu haben. Im ostafrikanischen Grabenbruch (“rift valley”) fanden sich Spuren und Skelette von Vor- und Frühmenschen. Berühmt sind hierbei das Skelett einer Australopithecus-Frau (von den Ausgräbern “Lucy” genannt, sowie das Skelett eines jugendlichen Homo erectus (genannt “Turkana-Junge”). Danach verliert sich die Geschichte Tansanias im Dunkel, bis die Ägypter und Griechen Handels- und Forschungsreisen entlang der ostafrikanischen Küste machten. Von den Römern wurden auf Sansibar Münzen hinterlassen. Im tansanischen Binnenland gehörten die frühen Vertreter des modernen Menschen den Khoisaniden an (die ?Hadza? sind letzte Vertreter dieser Gruppe), die als Wildbeuter lebten. Etwa ab 2000 vor Christus wanderten Menschen ein, die den Feldbau betrieben und feste Siedlungen gründeten, es waren aus dem Norden Kuschiten, und aus dem Westen Bantus, die auch heute noch die größte Bevölkerungsgruppe darstellen. Erst um 1000 nach Christus kommen als dritte Gruppe die Niloten, vertreten hauptsächlich durch die Massai, die als nomadisierendes Hirtenvolk militärisch aktiv waren und sie “friedlichen” Ackerbauern in Angst und Schrecken versetzten. Während sich im Binnenland im ersten Jahrtausend nach Christus kleine Häuptlings- und Königtümer entwickelten, übernahmen an der Küste die Perser und Araber die Rolle von Eindringlingen und Handelspartnern. An der ganzen Küste von Somalia bis Mozambique bildeten sich Städten, in denen sich Araber und Perser mit der ansässigen Bantu-Bevölkerung verbanden und so eine orientalisch-afrikanische Mischkultur entwickelten, die die Basis war für die heutige sog. Swahili-Kultur. Unterbrochen wurde diese Entwicklung im 15. Jahrhundert von den Portugiesen, die von da an europäisch-mediterranes Kulturgut beisteuerten, bis sie im 17. Jahrhundert von den Arabern aus Oman und Hadramaut vertrieben wurden. Diese sog. Omanis blieben Herren des Landes, bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts die Engländer und Deutschen auftauchten. Führte die Vorherrschaft der Omanis in Sansibar und im Küstensaum zu einer wirtschaftlichen und kulturellen Blüte, so war das Auftreten der Araber im Binnenland verheerend: Sie organisierten ab dem 18. Jahrhundert den Sklavenhandel, die die Form von Menschen-Raubzügen annahm, wobei allerdings auch einheimische Fürsten kooperierten, da sie ihre Untertanen verkauften. Als die Engländer ab 1850 an der Ostküste Afrikas auftauchten, gingen sie mit den dort ansässigen arabisch/afrikanischen Fürsten Handelskontakte ein, drängten ihnen aber auch einen humaneren Umgang mit der Bevölkerung auf. Unter anderen bemühten sie sich um die Beendigung des Sklavenhandels. Ab 1884 trat der Deutsche Carl Peters in Ostafrika auf und erreichte in kurzer Zeit, dass sich die Häuptlinge im Gebiet des heutigen Tansania von der britischen Krone ab und dem deutschen Kaiser zuwandten. Durch geschicktes Verhandeln konnte Bismarck einen Streit mit England vermeiden und eine Balance zwischen englischen und deutschen Einfluss erreichen. Für den deutschen Verzicht auf einen Anspruch auf Sansibar konnte er sogar die Rückgliederung der Insel Helgoland ins deutsche Reich erreichen. Nach der Niederlage im ersten Weltkrieg, fiel jedoch auch das ehemalige Deutsch-Ostafrika an England, allerdings nicht als Kolonie, sondern als Treuhandgebiet des Völkerbundes. Aus diesem Grund blieben die Eingriffe der englischen Verwaltung gering, im Unterschied zu Kenia, wo es in landwirtschaftlichen Gunstgebieten eine starke Ansiedlung britischer Bauern gab. Sansibar war in der Zeit seit der Berliner Konferenz (1884) Hauptstadt des Sultanats Oman, aber unter britischem Protektorat. Ab den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts gab es im heutigen Festland-Tansania eine Unabhängigkeitsbewegung (genannt TANU), geführt von dem Lehrer Julius Nyerere, die in ihren Aktionen aber friedlich auftrat, da die britische Verwaltung (im Unterschied zur Situation in Kenia) selbst eine Entlassung in die Unabhängigkeit anstrebte, bzw. stufenweise (home rule) einführte. 1961 wurde das damalige Tanganjika (Festland-Tansania) unabhängig. Im Sansibar regierte noch zwei Jahre der Sultan von Oman, bis er und die arabisch-stämmige Führungsschicht durch einen blutigen Aufstand beseitigt wurden. Das damit unabhängig gewordene Sansibar vereinigte sich mit Tanganjika und das so entstehende Tansania wurde unter Führung von Nyerere das ?sozialistischste? Land Schwarzafrikas, das die DDR anerkannte und wieder unter wirtschaftlichen und kulturellen Einfluss (Ost)-Deutschlands geriet. Nach der weltweiten Krise des Sozialismus zu Beginn der 90er Jahre wurde auch in Tansania eine parlamentarisch-demokratische Ordnung eingeführt, obgleich die CCM (Partei der Revolution) noch immer eine führende Stellung einnimmt.